Das Brauchtum

RES SEVERA VERUM GAUDIUM

Gardetanz und Tanzgarde

 

Gardetanz

Der heutige Gardetanz oder auch Gardetanzsport ist auf die Girltruppen der Revuetheater aus den 1920er und 1930er Jahren zurück zu führen.

Karnevalvereine haben diese Idee aufgegriffen und schickten auf Ihren Sitzungen Mädchengarden auf die Bühne.

Die typische Kleidung ist oft an Uniformen aus dem 18. Jahrhundert angelehnt:
Dreispitz, Perücke, Uniformjacke, Spitzenjabot dazu ein kurzes Röckchen (oft plissiert), darunter Petticoat, Strumpfhose, weißes Spitzen- oder Rüschenunterhöschen bzw. Ballettbody, Stiefel oder (Tanz-Schnürstiefel.

1. Weibliche Tanzgarde war die "Blaue Tanzgarde" der 1. Stuttgarter Karnevalgesellschaft "Gesellschaft Möbelwagen e.V. seit 1897", die 1947 gegründet wurde.

In Deutschland wurde in großen Gruppen zu Marschmusik im 4/4-Takt getanzt. Gleichzeitig entwickelte sich in den Niederlanden und Belgien ein anderer Tanzstil. Inspiriert von der slawischen, slowenischen und bayrischen Volksmusik wurde hier zu Polka - Musik im 2/4 Takt getanzt. P Heute werden auf den zum Teil getrennten Turnieren beide Tanzrichtungen stilrein und deutlich voneinander getrennt in den

Disziplinen Gemischte Garde, Tanzpaar, Damengarde, Tanzmariechen,, und Schautanz sowie in den Altersgruppen Jugend, Junioren und Aktive getanzt und bewertet. Die Disziplin Gemischte Garde ist aber nur in der Altersgruppe Aktive vorhanden; in den Altersgruppen Jugend und Junioren tanzen die männlichen Turnierteilnehmer bei den Damengarden mit.

Es gibt daher auch getrennte Dachverbände den BDK (Bund Deutscher Karneval) den DVG (Deutscher Verband für Garde- und Schautanzsport e.V.) und die IIG (Internationale Interessengemeinschaft für Tanzsport)

Hüte und Perücken sind auf den sportlichen Gardetanzturnieren des DVG längst verschwunden. Auch bei den BDK Turnieren sind Perücken keine Pflicht mehr, allerdings schreibt die Tanzturnierordnung (TTO) noch eine Kopfbedeckung vor.

Auszug aus der Turnierbewertung des BDK

• Kopfbedeckungen müssen stilgerecht getragen werden

• einheitliche, angeglichene Frisur (Perücken sind keine Pflicht)  

Unterschiedliche Tänze

Marsch: Ist ein gradliniger, eleganter Tanz mit vielfältigen Schrittkombinationen, Battement - Variationen, Grußpassagen und immer wechselnden Formationen wie Diagonalen, Halbkreis, V - Formationen oder Stern. Das Schwergewicht liegt neben der Choreographie, auf Synchronität und Präzision.

Polka: Besteht aus Folklore-Elementen, Sprungschritten und modifizierte Tanzschritte aus dem klassischen Ballett, ergänzt durch akrobatische Teile wie Bögen, Überschläge, Räder und Spagat. Charakteristisch ist die spielerische Präsentation und die heitere Ausstrahlung. Die Polka ist für kleinere Gruppen, Solisten und Paartanz geeignet.

Modern: Hat seine Wurzeln im Jazztanz. Durch die Vermischung und Veränderung der verschiedenen Stilrichtungen, entstanden individuelle Mischungen aus echtem Jazztanz, amerikanischen Modern Dance und europäischem klassischen Ballett. Die Vielfalt von Formationswechseln und Linienführung, unterstützt durch die auffälligen Farben und Muster der enganliegenden Kostüme, machen diese Disziplin zu einem mitreißenden Schauspiel von Farbe und Bewegung.

 

Tanzgarde

Die “Faschings- oder Karnevals-Tanzgarden” haben ihren Ursprung in den französischen "Ballettmaskeraden" des 16. Jahrhunderts. Diese wurden getanzt, während ein Ansager die Handlung erzählte. Aus den Ballettmaskeraden bildete sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts das "Ballet de Cour" , das seinen Höhepunkt am Hofe des Sonnenkönigs Ludwig XIV in Paris erlebte. Es bestand aus einem Chor zum Lob des Königs sowie aus Szenen, die entweder getanzt, gesungen oder akrobatisch dargestellt wurden. Hinzu kam ein allegorisches, nach Vorbildern der Antike gestaltetes Ballett, das der König oft persönlich anführte. Diese Tanzkultur wurde an deutschen Königs- und Fürstenhöfen bereitwillig nachgeahmt. Auch in Türkheim wurde vor über 300 Jahren, unter Herzog Maximilian Philip von Bayern der Türkheimer Française getanzt. Es bestand im 18. Jahrhundert förmliche eine Hysterie, französischer als die Franzosen zu sein. Von dort fand das Ballett Zugang zum Bürgertum und schließlich auch in den Karneval, der an und in den Residenzen zu Hause war, bevor er volkstümlich werden konnte. Eine andere Erklärung besagt, dass nach erfolgreichen Kriegszügen, wenn die Soldaten endlich nach Hause kamen und einmarschierten, Tänzerinnen vor ihnen herliefen und tanzten. Daraus entstanden dann die heutigen Tanzgarden.

 

 

Bewertungsrichtlinien BDK - Jury bei den Meisterschaften in den karnevalistischen Tänzen

    » Garden, Gemischte Garden, Mariechen, Paare  
    » Schautanz  
    » Männerballett  
» Bütt und Büttenrede
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