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Wie
jetzt , Karneval ?
Karneval,
Fest vor der Fastenzeit, das nicht nur in katholischen Ländern und Gemeinden gefeiert
wird. Es ist eine Zeit der Vorbereitung unmittelbar vor dem
Aschermittwoch und dem Beginn der Fastenzeit. Er ist also die
letzte Gelegenheit zum Vergnügen sowie zum ausgiebigen Essen und Trinken.
Der Karneval beginnt bereits eine ganze Woche vor der Fastenzeit. Den
Höhepunkt bilden jedoch mit regionalen Unterschieden Rosenmontag oder
Faschingsdienstag, an denen in vielen Städten Umzüge mit Festwagen sowie
karnevalistische Veranstaltungen stattfinden. Dabei tragen die Akteure
prächtige Karnevalskostüme.
Die Karnevalstage
haben ihren Ursprung in vorchristlichen Fruchtbarkeitsriten im Frühjahr. Die
berühmtesten Karnevalsfeiern finden in Köln, Nizza, Rio de Janeiro, New
Orleans und Louisiana statt. In der Region um Halle wurde der Karneval
erstmalig im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt.
Fastnacht,
Zeit unmittelbar vor der Fastenzeit. In vielen katholischen Ländern wird sie
mit ausgelassenen Feiern, Umzügen mit geschmückten Festwägen, Maskenbällen
und Festessen begangen. Das synonyme Wort Karneval entstammt wahrscheinlich
dem Kirchenlatein. Carnelevarium bedeutet so viel wie „Fleisch
wegnehmen“, denn in der Vergangenheit war es Katholiken verboten, während
der 40 Tage
dauernden Fastenzeit Fleisch zu essen. Der Beginn der Fastnachtszeit
variiert von Region zu Region. In Bayern und Österreich fängt der
Fasching am Dreikönigstag an, in Köln und anderen Teilen
Deutschlands beginnt die Karnevalssaison elf Minuten nach elf Uhr vormittags
am 11. November.
In Teilen Frankreichs und in südeuropäischen Ländern beginnt sie am
Quinquagesima, dem Sonntag vor Aschermittwoch. Meist endet sie am
Faschingsdienstag. In New Orleans in den USA findet das Fest Mardi Gras
(französisch: fetter Dienstag) statt.
An diesem Tag
musste vor Beginn der Fastenzeit traditionell das Fleisch und Fett
eines Haushalts aufgebraucht werden. Der Karneval in Venedig ist
berühmt für seine höfischen Masken, der Karneval in Rio de Janeiro für seine
phantasie- und temperamentvollen Umzüge, die von konkurrierenden
Sambaschulen ausgerichtet werden. Im deutschsprachigen Raum ist neben der
rheinischen Fasnacht in Köln und Düsseldorf, bekannt für ihre
Rosenmontagsumzüge, vor allem die schwäbisch-alemannische Fasnet in
Südwestdeutschland und der Nordschweiz (Basler Morgenstreich) zu
nennen, in der deutliche Anklänge an vorchristliche Fruchtbarkeitsrituale
(Winteraustreiben) zu finden sind. Traditionell wurden während der
Fastnacht die weltliche und kirchliche Ordnung karikiert, d. h.
auf den Kopf gestellt. Elemente davon haben sich bis heute im
Weiberfasching, in der Einsetzung von Narrenregierungen oder auch beim
Aushändigen der Rathausschlüssel an Narrenzünfte erhalten.
Fastenzeit,
Zeit des Fastens und der Buße, die von Christen traditionell in Vorbereitung
auf Ostern eingehalten wird. Die Dauer der Fastenzeit, in der die Gläubigen
nur wenig essen, wurde im 4. Jahrhundert
auf vierzig Tage festgelegt. In den Ostkirchen gelten sowohl die Samstage
als auch die Sonntage als Feiertage, und die Fastenzeit beginnt acht Wochen
vor Ostern. In den westlichen Kirchen, für die nur die Sonntage Feiertag
sind, beginnt die 40-tägige Fasten - Periode am Aschermittwoch und dauert
bis einen Tag vor Ostern. Bei den protestantischen und anglikanischen
Kirchen, gelten andere Arten des Fastens, wobei vor allem der Aspekt der
Buße betont wird. Die römisch-katholische Kirche hat in den vergangenen
Jahren ihre Regeln für das Fasten gemildert. Nach einem apostolischen
Erlass, den Papst Paul VI.
im Februar 1966 herausgab, sind Fasten und Abstinenz in der Fastenzeit nur
noch an Aschermittwoch und Karfreitag für Katholiken unbedingt
verpflichtend.
Ostern,
ältestes christliches Fest, an dem die Auferstehung Jesu Christi gefeiert
wird. Andere kirchliche Feiertage, die sich über den Zeitraum zwischen dem
Septuagesima - Sonntag (dem neunten Sonntag vor Ostern) und dem ersten
Adventssonntag verteilen, richten sich nach dem Zeitpunkt des Osterfestes.
Am Ostersonntag
endet die 40-tägige Fastenzeit, die am Aschermittwoch beginnt. Die Karwoche,
die Ostern vorausgeht, beginnt mit dem Palmsonntag und endet am Karfreitag,
dem Tag, der an die Kreuzigung Jesu erinnert.
Vorchristliche
Traditionen,
die Bezeichnung
Ostern leitet sich von
Eastre
ab, dem angelsächsischen Namen der teutonischen Göttin des Frühlings und der
Fruchtbarkeit. Ihr Fest wurde am Tag vor der Frühlings-Tagundnachtgleiche
gefeiert. Von den mit diesem Fest verbundenen Bräuchen überdauerte der
Osterhase, der ein Symbol der Fruchtbarkeit ist.
Auch in anderen
Kulturen wurde zu diesem Zeitpunkt der Frühlingsanfang gefeiert. Eine
griechische Sage erzählt davon, wie Persephone, die Tochter Demeters, der
Göttin der Erde, aus der Unterwelt an das Tageslicht zurückkehrt. Ihre
Rückkehr war für die alten Griechen das Symbol für die Wiederkehr des Lebens
im Frühling. Bei vielen antiken Völkern gab es ähnliche Legenden. Die
Phryger glaubten, dass ihre allmächtige Gottheit sich zum Zeitpunkt der
Wintersonnenwende schlafen legte, und sie vollführten zur
Frühlings-Tagundnachtgleiche Zeremonien mit Musik und Tanz, um sie zu
wecken. Das christliche Osterfest, das viele dieser vorchristlichen
Traditionen in sich aufnahm, ging in seiner religiösen Bedeutung unmittelbar
aus dem jüdischen Passahfest hervor.
Karfreitag,
der Freitag vor Ostern, der von Christen dem Gedächtnis des Kreuzestodes
Jesu gewidmet ist. Schon seit der Frühzeit der Kirche wird dieser Tag als
ein Tag der Buße, des Fastens und des Gebets begangen.
In der
römisch-katholischen Kirche besteht die Liturgie am Karfreitag aus einem
Wortgottesdienst, einschließlich der Lesung der Johannespassion, der „großen
Fürbitten“ und der Enthüllung und Verehrung des Kreuzes.
Seit dem 16. Jahrhundert
fand der Karfreitagsgottesdienst am Morgen statt. Im Jahr 1955 führte Papst
Pius XII.
ein, ihn am Nachmittag oder Abend abzuhalten. Infolgedessen sind die
traditionellen Andachten wie die Tre Ore (italienisch „drei
Stunden“), die aus Predigt, Meditationen und Gebeten bestand und die
dreistündige Todesangst Christi am Kreuz symbolisierte, fast vollständig aus
der römisch-katholischen Kirche verschwunden.
Der Karfreitag ist
in vielen christlichen Ländern ein gesetzlicher Feiertag.
Rosenmontag,
der Montag vor Fastnachtsdienstag, an dem traditionell die Mehrzahl der
Karnevalsumzüge abgehalten werden. Die ursprünglich nur im Rheinland
verbreitete Bezeichnung für den Fastnachtsmontag kann in Köln ab kurz nach
1830 belegt werden. Sie wurde in der Folge durch die Verbreitung der Kölner
Form des Karnevals auch in anderen Landstrichen des deutschsprachigen Raums
übernommen. Die Bezeichnung Rosenmontag geht auf die Gepflogenheit des
Kölner Organisationskomitees zurück, das seit 1824 für die Vorbereitung der
Umzüge verantwortlich war, am Sonntag bzw. am darauf folgenden Montag zur
Generalversammlung zusammenzutreten. Das Komitee, das sich am Montag
versammelte und den Rosenmontagszug ausgestaltete, hieß
Rosenmontagsgesellschaft.
Die früher üblichen
Bezeichnungen wie „blauer“, „guter“ oder „geiler“ (fröhlicher) Montag können
wahrscheinlich darauf zurückgeführt werden, dass am Nachmittag des
Rosenmontags traditionell nicht gearbeitet wurde. Die bisweilen bemühte
Herleitung des Begriffs von einer älteren Bezeichnung rasender Montag
(rasen im Sinn von „über die Stränge schlagen“, „ausgelassen sein“, „toben“)
muss als nicht korrekt angesehen werden.
Faschingsdienstag,
nach dem christlichen Kalender der Tag vor dem Aschermittwoch, der den
Beginn der Fastenzeit einläutet. Als diese Zeit noch strenger befolgt wurde
als heute, wurden die zwei oder drei Tage, die dem Aschermittwoch
vorausgingen, als Fastnachtszeit oder Rosenmontag und Faschingsdienstag
bezeichnet und mit Spielen, sportlichen Wettkämpfen, Tänzen und allgemeinen
Feiern begangen. „Rosen“ ist dabei der Kölner Mundart entlehnt, in der das
Wort „rose“ so viel wie toben bedeutet.
Der deutsche
Begriff Fastnacht bedeutet „Nacht vor dem Fasten“: Bei Fastnachtsfesten
sollte ursprünglich die Nahrung aufgebraucht werden, die während der
Fastenzeit nicht gegessen werden konnte.
Aschermittwoch,
in der katholischen Kirche der erste Tag der Fastenzeit. Am Aschermittwoch
wird als Zeichen der Buße das so genannte Aschenkreuz auf die Stirn
gestreut. Dieser wahrscheinlich von Papst Gregor I.
eingeführte Brauch ist seit der Synode von Benevento im Jahr 1091 üblich.
Alles klar ?!?
Copyright Jörg
Jurichs 1996 |